Tagungs-Datum: 
13.03.2008 bis 16.03.2008
Thema: 
SCHREIBRÄUME
Ort: 
Berlin-Wannsee


Schreibräume – das sind Orte, an denen Texte geschrieben werden und die das Schreiben ermöglichen. Virginia Woolf schreibt in ihrem Essay  A Room for One’s Own über Grundvoraussetzungen, unter denen Frauen genau so erfolgreich Literatur produzieren könnten wie Männer: „Eine Frau, die erzählende Literatur schreibt, braucht ein Zimmer für sich allein.“ Andererseits lässt sich an allen möglichen Orten schreiben, auch an solchen, an denen das ­Alleinsein nicht gegeben ist.

Ein Schreibraum kann außerdem im eher metaphorischen Sinne eine geistige Ausrichtung auf das Schreiben sein, eine Stimmung zum Schreiben und eine Abgrenzung von anderen Denkvorhaben. Und letztlich kann „Schreibraum“ auch Thema und Ordnungsprinzip des Schreibens sein. Im Prozess des Schreibens sind es Wechselwirkungen zwischen dem Ambiente, in dem es zu Texten kommt, den inneren Anordnungen, die einem das Schreiben ermöglichen, und einer raumbezogenen Ausrichtung des Schreibens.

Das Thema „Schreibräume“ mischt all diese Bedeutungen: der Schreibtisch, das Café, ausgebombte Städte, Berlin Alexanderplatz, Fantasiereisen, Träume, die Muttersprache, Mittelerde, Utopia, eine Zelle, ein Exil, Homosexualität – Schreib-Räume. Äußere und innere, reale und literarische Räume.

„SchreibRäume“ – so heißt das Thema der 26. Jahrestagung des Segeberger Kreises. Wie jedes Jahr treffen sich Schreiblehrerinnen und Schreiblehrer aus der gesamten Bundesrepublik, um im Selbstversuch das Thema zu erschreiben. Es gibt keine ReferentInnen, vielmehr werden Kleingruppen gebildet, die sich Schreibaufgaben zur angekündigten Thematik stellen. Es geht um selbstorganisierte Fortbildung und um Austausch. Man probiert miteinander Methoden aus, liest sich die Texte vor und übt sich in unterschiedlichen Feedback-Möglichkeiten.

Die Tagung 2008 findet in Berlin statt, direkt am Wannsee, im wannseeFORUM, einem politisch-musisch ausgerichteten Jugendbildungszentrum. Die Hauptstadt (und hier nicht nur der Wannsee und der Alexanderplatz) ist schon ein eigener unerschöpflicher Raum für die literarischen Versuche und Konstruktionen von Settings, die den Raum als Element des Literarischen und des Schreibenden in den Mittelpunkt stellen.